Als Felix Mendelssohn 1836 sein erstes Oratorium Paulus abschloss, war er bereits ein international gefeierter Musiker: Seit Jahren tourte er als Klaviervirtuose durch ganz Europa, galt als bedeutender Dirigent und hatte mit der Wiederaufführung von Bachs Matthäus-Passion 1829 eine Bach-Renaissance eingeleitet. Im Jahrzehnt bis zu seinem frühen Tod 1847 festigte Mendelssohn seinen Ruf als führender Komponist der protestantischen Kirchenmusik und vollendete unter anderem die Kantate Wie der Hirsch schreit, die damals wie heute zu seinen meistgespielten Kompositionen gehört. Robert Schumann meinte, das Werk sei «die höchste Stufe, die Mendelssohn als Kirchenkomponist erreicht hat».
Die Aufführungsgeschichte von César Francks Sieben Worte Jesu am Kreuz sieht ganz anders aus: Das romantisch-archaische Werk ging bald vergessen und erlebte seine Uraufführung erst 95 Jahre nach der Fertigstellungen. Franck vertonte die Jesusworte mit choralähnlicher Schlichtheit und erreichte so eine eindrückliche emotionale Tiefe. Danke dieser Wirkung erfreuen sich die Sieben Worte mittlerweile wachsender Beliebtheit.
Aurea Marston, Sopran
Remy Burnens, Tenor
Daniel Ochoa, Bariton
Daniela Brantschen, Dirigentin
Bündner Singkreis
Kammerphilharmonie Graubünden
César Franck (1822-1890)
Die Sieben Worte Jesu am Kreuz (1859)
für Sopran, Tenor, Bariton, Chor und Orchester
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)
Der 42. Psalm: «Wie der Hirsch schreit»,
op. 42 (1837)
für Sopran, Chor und Orchester
Konzertdauer: ca. 1 h 15 min
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